Hasler, Schlatter & Werder, dipl. Architekten ETH/SIA Uraniastrasse 26,8001 Zürich

Dem Siedlungsbild des Bahnhofquartiers entsprechend, bringen die Projektverfasser das Raumprogramm in zwei zurückhaltenden, einfachen und unabhängigen Baukörpern unter. Die der Bahn dienenden Räume, wie Einnehmerei, Gepäcklokal usw., sind zusammen mit dem Kiosk in einem in der Blickachse der Bahnhofstrasse liegenden Pavillon untergebracht. Die gut organisierte eingeschossige Baute lässt den Blick auf den gegenüberliegenden Geländeraum frei. Sie liegt unmittelbar bei der Fussgängerunterführung zu Bahn und Weichlenquartier und in kurzer Verbindung zum Bus und den Taxistandplätzen.

Eine unabhängige Baute für Drittnutzungen bildet zusammen mit dem Postgebäude, dem Restaurant Diana und dem Aufnahmegebäude den eigentlichen Bahnhofplatz. Haupteingang und Cafe liegen an richtiger Stelle. Struktur und Erschliessungssystem der Baute lassen eine hohe Nutzungsflexibilität zu. Die Läden sind zweiseitig gut erschlossen und nehmen Bezug auf Strasse und Bahnanlage. Das Realisieren des Projektes in Etappen ist möglich.
Die Verkehrsführung für Bus, Taxi und Kurzzeit-Parkplätze ist einfach. Die Haltestellen liegen attraktiv in nächster Nähe von Gleisanlage und den Unterführungen. Im südlichen Areal bilden eingeschossige Nebenbauten als Schöpfe und Velounterstände in Verbindung mit dem Perrondach den Abschluss des Bahnareals und das Rückgrat der Wohnbebauung bzw. Gewerbebauten.

Im Bereich der Unterführung bilden Öffnungen Sichtverbindungen an richtiger Stelle. Sie verbinden die beiden Areale optisch und kennzeichnen die Rampeneintritte der Unterführungen.
Die südorientierte, lärmabgewandte Wohnzeile ist attraktiv und entspricht in ihrer Höhenentwicklung dem übrigen Quartier, dem es durch seine Geschlossenheit optimalen Lärmschutz bietet.
Die Gewerbebauten sind in Verbindung mit P + R richtig platziert und gut erschlossen. Gegenüber den hohen Wohnbauten im Norden könnten sie dreigeschossig ausgebildet sein.

Das Projekt besticht durch seinen einfachen Aufbau und die hohe Nutzungsflexibilität. Den Projektverfassern gelingt durch die niedrige Höhenentwicklung der Bauten und geschicktes Anordnen von Durchblicken, die beiden Areale in optische Nähe zu bringen und damit zu verbinden.

Ortsbaulich wie auch in seinem architektonischen Ausdruck wird das Projekt dem Drehpunkt für Bahn und Busbetrieb in hohem Masse gerecht, vermag das Bahnhofareal in den gesamten Siedlungsraum zu integrieren und schafft einen Ort mit hoher Identität.