Das Bahnareal hat grosse Bedeutung auf die Siedlungsentwicklung und die Attraktivität der Gemeinde Turgi. Es befindet sich auf einer Ebene, die auf der einen Seite durch die Limmat begrenzt wird, auf der andern Seite durch einen Geländeabsatz räumlich von der höher liegenden Ebene abgetrennt ist. Das Dorf hat sich mit seinen Industrieanlagen in dieser halbinselartigen Geländekammer nördlich der Bahnlinie entwickelt. Die Bahnhofstrasse hat sich als Entwicklungsachse zwischen Bahnhof und der alten Limmatbrücke herausgebildet. Der Geländeraum südlich der Bahnlinie (Weichle) blieb teilweise bis heute von der Entwicklung ausgespart.

Durch die Anforderungen der Bahn 2000 an die Gleisanlagen muss das historische Bahnhofgebäude einer Neuanlage weichen. Die Neugestaltung des Bahnhofareals bewirkt eine neue Situation für die Siedlungsentwicklung. Die frei werdenden Flächen zeichnen sich durch folgende Qualitäten aus: Gute Erreichbarkeit, hohe kommunale und regionale Standortgunst, zentrale Lage im Siedlungsraum. Diese Standortfaktoren begünstigen die Ansiedlung von Betrieben aus dem Dienstleistungssektor wie Läden, Büros, evtl. Restaurants und handwerkliche Betriebe. Aus gemeindepolitischen Zielsetzungen sollen aber auch Wohnungen in geeigneter Form realisiert werden.

Das Hauptinteresse für den Ausbau des Bahnhofareals liegt deshalb bei der Neugestaltung der durch den Umbau der Gleisanlage frei werdenden Flächen und der Verbesserung der heutigen und künftigen Verkehrsbeziehungen in Turgi. Insbesondere ist eine generelle Verbesserung der Fussgängerverbindungen zwischen den nördlichen und südlichen Dorfteilen wünschenswert. Im Rahmen des Projektes war zu prüfen, ob wieder eine Fussgängerverbindung im Bereich des ursprünglichen Bahnüberganges geschaffen werden soll und kann.

Im Mai 1990 haben die Schweizerische Bundesbahn, Kreisdirektion III Zürich, und die Gemeinde Turgi gemeinsam einen öffentlichen Projekt- und Ideenwettbewerb gemäss SIA-Ordnung 152 über die Planung des Bahnhofgebietes Turgi ausgeschrieben.

Der Wettbewerb hatte den Zweck:

Vorschläge für das Aufnahmegebäude und den Bahnhofvorplatz zu erhalten (Projektwettbewerb)

Die Städtebaulichen Möglichkeiten der Nutzung und die architektonische Gestaltung des südlichen Bahnareals aufzuzeigen (Ideenwettbewerb).